Neue Studie zeigt dramatischen Mangel an Hebammen in armen Ländern
Stiftung Weltbevölkerung: „Gesundheitspersonal entscheidend für Senkung der Müttersterblichkeit“
Hannover, 20. Juni 2011 - In den 58 Ländern, in denen rund 60 Prozent aller Geburten weltweit stattfinden, sind nur 17 Prozent aller Hebammen aktiv. Dieser Mangel an professioneller Geburtsbetreuung ist einer der Hauptgründe dafür, dass auf diese Länder rund 90 Prozent aller Fälle von Müttersterblichkeit und 80 Prozent aller Totgeburten entfallen. Dies zeigt die heute veröffentlichte Studie „State of the World’s Midwifery 2011“, in der der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen, UNFPA, die Situation von Hebammen in 58 Entwicklungsländern untersucht.
Um das Millennium-Entwicklungsziel 5, die Senkung der Müttersterblichkeit um drei Viertel, zu erreichen, müssten bis zum Jahr 2015 etwa 350.000 zusätzliche Hebammen weltweit ausgebildet werden. Besonders dramatisch ist der Bedarf an Geburtshelfern in Afrika südlich der Sahara – der Region mit der höchsten Müttersterblichkeitsrate weltweit. Beispielsweise gibt es in Sierra Leone bei 221.000 Geburten pro Jahr nur 111 Hebammen.
„Jedes Jahr sterben mehr als 350.000 Frauen infolge von Komplikationen bei Schwangerschaft oder Geburt – 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern“, betont Renate Bähr, Geschäftsführerin der Stiftung Weltbevölkerung. „Die meisten dieser Todesfälle wären vermeidbar: Allein mit genügend Hebammen ließen sich mehr als 200.000 Frauen jedes Jahr retten. Zusätzlich zu Schwangerenfürsorge und Geburtshilfe ist es wichtig, dass in Familienplanung investiert wird, um ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden.“ Wäre der Bedarf an Hebammen weltweit gedeckt, gäbe es zudem etwa 1,3 Millionen Totgeburten und 1,2 Millionen Todesfälle von Neugeborenen weniger.



