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Mit den Millenniumsentwicklungszielen hat die internationale Gemeinschaft einen Handlungsrahmen aufgestellt, um die Situation armer Menschen in Entwicklungsländern dauerhaft zu verbessern. Das Ziel, bei dem bisher die geringsten Fortschritte erreicht wurden, ist das fünfte Ziel: die Senkung der Müttersterblichkeitsrate bis zum Jahr 2015 um drei Viertel.

Die Müttersterblichkeit in den ärmsten Ländern der Welt ist nach wie vor dramatisch: Im Durchschnitt stirbt jede Minute eine Frau während der Schwangerschaft oder bei der Geburt – pro Jahr über 300.000 Frauen, 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Weitere 20 Millionen Frauen leiden ihr Leben lang an Gesundheitsschäden nach Komplikationen bei der Geburt wie Scheidenfisteln, Anämie, Unfruchtbarkeit, Inkontinenz oder Unterleibsschmerzen. Die meisten dieser Todesfälle und Gesundheitsschäden könnten durch eine medizinische Betreuung verhindert werden. Doch nur weniger als die Hälfte aller Geburten weltweit werden von einem Arzt oder einer Hebamme betreut.

Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen hat im Jahr 2009 die weltweite Müttersterblichkeit als zentrales Menschenrechtsproblem anerkannt. Deutschland hat eine entsprechende Resolution mitgetragen und ist zudem Mitunterzeichner der Millennium-Entwicklungsziele. Daher steht Deutschland in der Verpflichtung, die Gesundheit von Müttern in Entwicklungsländern entscheidend zu verbessern.

Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das Millenniumsziel, die Gesundheitssituation von Müttern zu verbessern, noch erreichen können. Jetzt gilt es, unsere Anstrengungen zu bündeln und die dramatisch hohe Müttersterblichkeit weltweit stärker in den Fokus von Politik und Öffentlichkeit zu rücken. Deshalb danke ich allen Organisatoren und allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sehr für ihr großes Engagement.

Ihre Rita Süssmuth
Bundestagspräsidentin a. D.
Schirmherrin der Mutternacht 2010

 

 

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