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Mutternacht in Berlin rückt hohe Müttersterblichkeit in den Fokus!

Entwicklungsministerin a.D. Heidemarie Wieczorek-Zeul im Gespräch mit der Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung Renate Bähr.

Am Donnerstag, 6. Mai 2010, veranstaltete die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) gemeinsam mit einem Bündnis aus neun weiteren Nichtregierungsorganisationen die Mutternacht in der Berliner Kalkscheune. Im Vorfeld des Muttertags richtete die bewegende Veranstaltung den Fokus auf eine der größten entwicklungspolitischen Herausforderungen der Gegenwart: Die hohe Müttersterblichkeit in den ärmsten Ländern der Welt. Dabei war auch Entwicklungsministerin a.D. Heidemarie Wieczorek-Zeul. Schirmherrin der Veranstaltung war Rita Süssmuth.

Durch das abwechslungsreiche Programm führte die TV-Moderatorin Caroline Korneli. Für die musikalische Untermalung sorgten die Pop-Sängerin Judy Bailey und die Band „Sisters“. Die Bestseller-Autorin Sabine Kuegler las aus ihrem Erfolgsroman „Dschungelkind“.

Prominente Gäste, Fachleute und Musikerinnen informierten bei der Mutternacht über die Ursachen und Lösungen im Kampf gegen die hohe Müttersterblichkeit in den ärmsten Ländern der Welt. Persönliche Geschichten konnten die nigerianische Gynäkologin Dr. Hadiza Galadanci und die malawische Hebamme Dorothy Ngoma beitragen. Sie machten deutlich, wie dringlich eine Verbesserung der Muttergesundheit in den ärmsten Ländern der Welt ist.

Dr. Hadiza Galadanci gab mehrere Gründe an, warum in Nigeria jede 18. Frau die Schwangerschaft bzw. Geburt nicht überlebt. Als eines der Hauptprobleme sieht sie den Mangel an ausreichend qualifiziertem medizinischem Fachpersonal. Eine weitere kritische Hürde stelle der Transport zum nächsten Krankenhaus dar. Denn häufig fehlt es an Transportmitteln und geeigneter Infrastruktur, um bei Komplikationen das Krankenhaus rechtzeitig zu erreichen. Schon viel früher ließen sich viele Probleme lösen, wenn vor Ort stärker in Bildung und Familienplanungsprogramme investiert würde. Denn: „Frauen wollen verhüten“, weiß die Gynäkologin, sie müssten dafür allerdings in jeder Beziehung besser befähigt werden.

Die Möglichkeit der Verhütung bedeute zudem auch mehr Selbstbestimmung für die Frauen, erklärte anschließend Heidemarie Wieczorek-Zeul. Neben der Entwicklungszusammenarbeit, gelte es hier aber auch die Entwicklungsländer selbst in die Pflicht zu nehmen: „Wer Armeen ausrüsten kann, muss auch Krankenhäuser gut ausstatten können“, so die ehemalige Entwicklungsministerin.

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