Im Jahr 2000 verabschiedeten 189 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen acht Millennium-Entwicklungsziele (Millennium Development Goals, kurz: MDGs) für das Jahr 2015. Sie formulierten damit einen internationalen Handlungsrahmen für den Kampf gegen die Armut. Bildung, Chancengleichheit der Geschlechter, der Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen und der nachhaltige Umgang mit der Umwelt sollen künftig stärker gefördert werden, um die Situation armer Menschen in Entwicklungsländern dauerhaft zu verbessern.
Ziel 5: Die Gesundheit von Müttern verbessern
Die Müttersterblichkeitsrate soll bis zum Jahr 2015 um drei Viertel gesenkt werden. Jedes Jahr sterben mehr als 350.000 Mädchen und Frauen an Komplikationen während der Schwangerschaft oder bei der Geburt, 99 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern. Weitere 20 Millionen Frauen leiden ihr Leben lang an Gesundheitsschäden nach Komplikationen bei der Geburt wie Scheidenfisteln, Anämie, Unfruchtbarkeit, Inkontinenz oder Unterleibsschmerzen. Die meisten dieser Todesfälle und Gesundheitsschäden könnten durch eine medizinische Betreuung verhindert werden. Doch nur weniger als die Hälfte aller Geburten weltweit werden von einem Arzt oder einer Hebamme betreut.
Familienplanung rettet Leben
Das Risiko für Frauen während der Schwangerschaft oder bei der Entbindung zu sterben, liegt in Entwicklungsländern bei 1 : 120. In Ländern Afrikas südlich der Sahara stirbt sogar eine von 31 Frauen. Für Mädchen zwischen 15 bis 19 Jahren sind Komplikationen bei der Schwangerschaft oder Geburt weltweit die Haupttodesursache. Neben der besseren medizinischen Betreuung von Schwangeren und der Geburtshilfe können auch Familienplanungsdienste die Müttersterblichkeitsrate senken: Zeitabstände von mindestens zwei Jahren zwischen den Geburten mindern das Gesundheitsrisiko für Mütter und ihre Kinder erheblich. Wenn alle Frauen Zugang zu Informationen und modernen Familienplanungsmethoden hätten, gäbe es weltweit mindestens ein Drittel weniger Fälle von Müttersterblichkeit.
Die große Bedeutung der Familienplanung wurde auf internationaler Ebene erkannt: Im Jahr 2006 kam unter dem Millenniumsziel 5 ein neues Ziel hinzu - "bis 2015 den universellen Zugang zu reproduktiver Gesundheitsversorgung sicherstellen". Das beinhaltet sowohl Informationen als auch Dienste der sexuellen und reproduktiven Gesundheit.




