Schätzungen zufolge sind weltweit bis zu 140 Millionen Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen. Neben lebenslangen Traumata sind die Folgen oft Infektionen, Blutungen und Komplikationen bei der Geburt, die zum Tod führen können. Die schädliche Praxis ist einer der Hauptgründe für die hohen Müttersterblichkeitsraten in Afrika und Asien.
Die Eingriffe werden meist von Laien vorgenommen, die mit primitiven Hilfsmitteln wie Messern, Glasscherben oder Rasierklingen die Klitoris entfernen. Häufig werden auch die äußeren Schamlippen teilweise oder ganz entfernt. Bei der schlimmsten Art der Genitalverstümmelung werden zusätzlich die inneren Schamlippen eingeschnitten. Eine Anästhesie findet nicht statt.
In 28 Ländern Afrikas sowie in Teilen Asiens und des Nahen Ostens gibt es diese menschenunwürdige Tradition. Oftmals haben die Mädchen, bei denen diese Eingriffe vorgenommen werden, das 14. Lebensjahr noch nicht erreicht. Sie sollen durch die Beschneidung "rein" in das Erwachsenenalter eintreten. Unbeschnittene Frauen werden in den betroffenen ethnischen Gruppen oft als nicht vollwertige Ehefrauen angesehen.
Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Abschaffung der Genitalverstümmelung ist es, den Menschen durch Aufklärung sinnvolle Alternativen zu der schädlichen Praktik aufzuzeigen, und zwar in enger Zusammenarbeit und Absprache mit der jeweiligen Gemeinschaft.
Seit der UN-Generalversammlung im Dezember 1993 gilt die Genitalverstümmelung als eine spezifische Form der Gewalt gegen Mädchen und Frauen und damit als Menschenrechtsverletzung. Auf der Weltbevölkerungskonferenz 1994 in Kairo wurde diese Entwicklung bestätigt und ihre Abschaffung gefordert.
Eine Grafik zum Thema Genitalverstümmelung finden Sie hier.




